
Und hier der Newsletter Sinnsprüche, den ich regelmäßig bekomme
Thema:
Fortschritt ist die
Mutter von Problemen
… und umgekehrt
Gilbert Keith Chesterton
Gedanken:
Eines steht fest: ALLE Menschen haben “Probleme”.
Kein schönes Wort… okay. Wir könne dazu auch Hürden, Schwierigkeiten, Krisen sagen… egal. Wie wir es auch nennen - es betrifft jeden.
Es ist etwas, was den Zen-Meister oder den erleuchteten Guru ebenso beschäftigt, wie Dich und mich.
Der Unterschied ist vielleicht, daß sich jene nicht mehr so viele davon “selber-machen” und mit den wenigen, übrig gebliebenen besser umgehen. Aber grundsätzlich sind Schwierigkeiten oder “Herausforderungen” - um mal ein positiveres Wort zu verwenden - ganz offensichtlich ein fester Bestandteil des Lebens.
Wie der heutige Themenspruch auch so schön ausdrückt: “Fortschritt ist die Mutter von Problemen … und umgekehrt”. Dieses “und umgekehrt” sagt ja, daß ein Problem somit auch die “Mutter” des Fortschritts ist.
Oder anders ausgedrückt: Wir wachsen an unseren Schwierigkeiten… (oder sogar nur daran.)
Und “Wachstum” ist gleichbedeutend mit “Leben”.
Fernöstlich:
Den Edelstein
kann man nicht blank machen,
ohne ihn zu reiben.
Konfuzius
Sinnsprüche:
Konfuzius bestätigt also, daß Schwierigkeiten sinnvoll und notwendig sind. Jedoch das richtige Maß scheint von ganz entscheidender Bedeutung zu sein, wie wir der folgenden Metapher entnehmen:
Sorgen sind wie der Sand in der Muschel.
Ein Körnchen läßt eine Perle entstehen,
mehrere töten das Tier.
Unbekannt
Wenn wir schon bei der blumigen Bildersprache sind - hier gleich noch einmal etwas, genau in diese Richtung:
Einen Schuß Wüste braucht der Mensch -
um des Glücks der Oase willen.
Martin Kessel
Daß es ohne Hürden und Hindernisse “nicht so wirklich geht” bestätigt auch Johann Wolfgang von Goethe knapp und eindrücklich:
Das Außerordentliche
geschieht nicht auf glattem,
gewöhnlichem Wege.
Johann Wolfgang von Goethe
In dem nächsten, kleinen Textauszug aus dem Buch “Lebenskrise als Chance” von Dr. med. Hella Walb-Noelke (ISBN 3-7205-1637-7) fand ich dies schöne und perfekt zum heutigen Thema passende Beschreibung des Wortes “Krise”:
Im deutschen Sprachgebrauch kommt dem Wort KRISE eine eher negative Bedeutung zu, die der begrifflichen Bestimmung aber nicht gerecht wird. Krise bedeutet nämlich nicht nur Unsicherheit und bedenkliche Lage, sondern schließt auch Wendepunkt und Entscheidung mit ein.
Diese letzte Auslegung bringt die chinesische Sprache sehr viel schöner zum Ausdruck. Hier setzt sich das Symbol für Krise aus zwei Zeichen zusammen: Eines steht für Gefahr, das andere für Chance.
So erhält die Krise vom Wort her schon einen deutlichen positiven, weil weiterführenden Aspekt.
aus “Lebenskrise als Chance”
von Dr. med. Hella Walb-Noelke
(ISBN 3-7205-1637-7)
Diese “Chancen”, die Probleme und Hindernisse in sich tragen, zeigt diese Mini-Geschichte aus Anthony De Mello’s “Zeiten des Glücks” (ISBN 3-451-04330-0) schon überdeutlich… aber auch sehr nett:
(P.S.: “Sufi” = islamischer Weiser)
Von einem Baum warf ein Affe
eine Kokosnuß einem Sufi auf den Kopf.
Der Mann hob die Nuß auf, trank die Milch, aß das Fruchtfleisch und machte sich eine Schüssel aus der Schale.
aus Zeiten “des Glücks”
von Anthony De Mello (ISBN 3-451-04330-0)
Und hier schließlich noch diese drei interessanten Absätze aus einem Mindpower-Buch mit dem Titel “Die richtige Entscheidung treffen - Neue Wege zu zielsicherem Handeln”, die das bisherige sehr gut abrunden:
Nützliche Fehler
Es ist unrealistisch zu erwarten, all Ihre Entscheidungen müßten plangemäß zum gewünschten Ziel führen. Jeder von uns stellt hin und wieder fest, daß er eine Situation falsch eingeschätzt oder Probleme, die sich aus einer Entscheidung ergeben können, unterschätzt hat. Solche Fehleinschätzungen unterlaufen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Menschen gleichermaßen.
Wenn man Leute sieht, die alles erreicht zu haben scheinen, was man selbst schon lange anstrebt, glaubt man leicht, daß sie das geschafft haben, weil sie etwas Besonderes sind, bessere Beziehungen haben oder intelligenter bzw. gebildeter sind als man selbst. Doch so ist es keineswegs. Menschen, die heute erfolgreich sind, haben ihre Fehler in der Vergangenheit gemacht - niemand trifft ausschließlich richtige Entscheidungen.
Ein erfolgreicher Mensch unterscheidet sich von einem erfolglosen dadurch, daß er aus seinen falschen Entscheidungen lernt und die Erkenntnisse nutzt, um zukünftig bessere Entscheidungen zu treffen; wohingegen der erfolglose Mensch sich von einem Fehler entmutigen läßt. Darüber nachzudenken, was falsch gelaufen ist, kann sich lohnen, wenn man die gewonnenen Erkenntnisse bei zukünftigen Entscheidungen konstruktiv zu nutzen weiß.
aus “Die richtige Entscheidung treffen - Neue Wege zu zielsicherem Handeln” - Mindpower - ISBN 90-5390-600-2
Nur im Newsletter Special:
Das ist schon fast auffallend. Ich mag wirklich keine Werbung machen oder so… aber aus Josef Kirschners Buch zitiere ich immer wieder gerne - es passt einfach so schön zu den Themen zur Zeit.
Denn wenn ich mich auf die Suche nach Textauszügen für diesen “Nur im Newsletter-Teil” mache, dann schaue ich mir erst ganz zum Schluß - wenn ich fündig geworden bin - die Quelle an.
Heute stellte ich eben wieder fest, daß es erneut ein Auszug aus dem Buch ist: “Die Kunst ein Egoist zu sein -
Das Abenteuer, glücklich zu leben, auch wenn es anderen nicht gefällt”
[…] Alles, was sie gegen ihren freudlosen Alltag unternehmen, besteht darin, daß sie anderen die Schuld dafür geben. Sie möchten sich ihre Träume erfüllen, aber sie scheuen das Risiko, das damit verbunden ist. Es gibt kaum einen Menschen, der sich nicht nach Abwechslung, nach Abenteuern und der prickelnden Spannung sehnt, die damit verbunden ist. Suchen Sie diese Abenteuer und die prickelnde Spannung? Nein. Sie weichen ihnen in weitem Bogen aus. Sie erleben alles, was sie wirklich erleben möchten, nur aus zweiter Hand. In Büchern, in den Schlagzeilen der Zeitungen, im Kino und im Fernsehen. Das passive Miterleben aus sicherer Entfernung ist die bescheidene Art von Erregung, mit der sie sich zufriedengeben.
Dies ist die weitverbreitete Grundhaltung, die für Millionen Menschen typisch ist. Sie sitzen bequem im Zuschauerraum und sehen zu, was um sie herum geschieht. Erfüllt von der ewig ungestillten Sehnsucht, einmal selbst im Mittelpunkt zu stehen.
Aber niemand kann das Leben leben, das er sich wünscht, wenn er den Erfahrungen ausweicht, die er machen muß. Weil nur diese Erfahrungen das wirkliche Leben ausmachen.
Stellen Sie sich vor, Sie gehen in ein Theater, und dort spielt man Ihnen den Anfang eines Stückes vor und dann sofort das Happy-End. Alles, was zu diesem Happy-End führt, wird Ihnen vorenthalten. Die Spannungen und Krisen und alle Erfahrungen des Helden, aus denen er schließlich als Sieger hervorgeht.
Im Theater würden wir das niemals akzeptieren. In unserem eigenen Leben tun wir es ständig. Da suchen wir den bequemsten und eiligsten Weg zur Befriedigung, ohne uns der Mühe der Erfahrungen zu unterziehen, die jede wirkliche Erfüllung eines Wunsches notwendig macht.
Vielleicht sagen Sie jetzt: Ach was, ich habe doch so schon Sorgen genug, warum soll ich mir das Leben noch schwerer machen, als es schon ist?
Es fragt sich dabei allerdings, ob die Sorgen, die Sie sich machen, überhaupt notwendig sind. Oder ob Sie sie nur deshalb haben, weil Sie erwarten, daß Ihnen alle Erfahrungen von anderen abgenommen werden. Die ihnen dann das Endprodukt vorfabriziert ins Haus zustellen. Weil Sie das erwarten, sind Sie für die Lösung der Probleme nicht vorbereitet, die Ihnen solche Sorgen machen.
Ob Sie es gerne hören oder nicht: Unser Leben ist nun einmal kein Honiglecken. Es ist die permanente Auseinandersetzung mit tausenderlei Hindernissen, die andere und wir selbst uns in den Weg legen. Die einfachste Art, mit ihnen fertig zu werden, ist nicht, sie zu ignorieren, bis sie immer größer und zu einer schwerwiegenden Belastung werden. Viel einfacher ist es, sich mit ihnen rechtzeitig auseinanderzusetzen. […]
Aus “Die Kunst ein Egoist zu sein -
Das Abenteuer, glücklich zu leben,
auch wenn es anderen nicht gefällt”
von Josef Kirschner (ISBN 3-426-07549-0)
Ausklang:
Bevor ich gleich die heutigen SinnSprüche wieder mit einem “Schmankerl” beschließe, habe ich noch ein schönes Foto für Euch. Es ist gleich als Hingergrund-Bild für Deinen Computer vorbereitet (1280 x 1024 Bildpunkte) - meinen Desktop ziert es auch zurzeit:
Zum Ansehen einfach auf den Link klicken.
Da ist sie - meine ganz spezielle “Distel-Aufnahme”:
Ach, bevor ich’s vergesse - noch ein kurzer, technischer Hinweis: Die Audio-Ausgabe des Newsletters kannst Du jetzt auch ganz praktisch per RSS oder iTunes beziehen - die Links dazu findest Du ganz oben in der Text-Version der SinnSprüche.
So - und hier wie versprochen noch ein ganz besonderer, tiefgründiger Beitrag, der für mich eine der höchsten Sichtweisen zum Thema darstellt:
Das Vermächtnis.
Erlösung kommt von innen, nicht von außen,
und wird erworben nur und nicht geschenkt.
Sie ist die Kraft des Inneren, die von draußen
rückstrahlend Deines Schicksals Ströme lenkt.
Was fürchtest Du? Es kann Dir nur begegnen,
was Dir gemäß und was Dir dienlich ist.
Ich weiß den Tag, da Du Dein Leid wirst segnen,
das Dich gelehrt, zu werden, was Du bist.
Ephides
In diesem Sinne…
Bis nächsten Sonntag…
Die SinnSprüche der Woche - der beliebte Newsletter zum lesen und hören: Unter www.sinnsprueche.de präsentiere ich jeden Sonntag eine kleine, bewußte Sammlung handverlesener “Spruch-Perlen” und tiefer Weisheiten. Zehn Minuten Philosophie für einen guten Start in die Woche…
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Ich freue mich natürlich, wenn Du die "Sprüche der Woche" an Freunde und Bekannte weiterleitest - dies ist ausdrücklich erwünscht… vielen Dank!
© Anton Korduan, www.korduan.de

Tags: Fernöstlich, Gedanken, Hindernisse, Hürden, Newsletter, Sinnsprüche, Thema




































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