
Und hier der Newsletter Sinnsprüche, den ich regelmäßig bekomme
Thema:
Ein Pessimist
ist ein Optimist,
der nachgedacht hat.
Charles Laughton
Gedanken:
Jeder kennt das berühmte Beispiel vom halb gefüllten Glas. Es ist halb voll oder halb leer - je nach Sichtweise.
Ich nähere mich dem heutigen Thema, indem ich daraus eine kleine, beispielhafte Geschichte bastle:
Der Rahmen ist einfach: Ein Restaurant - ein Gast - ein Glas auf seinem Tisch.
Es ist halb… leer.
Er denkt… (und damit beginnt es interessant zu werden)
“Ich will gerne noch ein Glas bestellen. Meines ist bald leer.”
…
“Wo bleibt denn die Bedienung nur?”
Es vergehen einige Minuten voll destruktiver Gedanken…
“Wenn sie nicht bald kommt, dann…”
“Was ist das für ein Laden hier - eine Service-Wüste!”
Mit entsprechender Laune begegnet er der Dame, die seine Bestellung aufnehmen soll - demgemäß verhält Sie sich ihm gegenüber, denn sie hatte einen harten Tag und ihr Stress-Puffer ist bereits aufgebraucht.
Seine Einstellung wurde bestätigt: Die Bedienung ist eher unfreundlich, er muß lange warten und überhaupt… der ganze Aufenthalt ist in der Summe unangenehm.
Nun das gleiche Schauspiel - der selbe Ausgangspunkt - jedoch mit veränderter “Vorgehensweise”:
Das Restaurant - ein Gast - das Glas auf ihrem Tisch (ja - diesmal eine Sie - einfach so)
Es ist halb… leer (hihi - Du dachtest schon, es ist halb “voll” - ob leer oder voll… darum geht’s aber garnicht *lach*).
Sie denkt…
Ähm…
Nun ja - sie denkt im Grunde eben nicht.
Sie sieht auch ihr Glas und realisiert ebenso, daß es zur Hälfte leer ist.
Sie macht sich keinen Kopf. Im Moment kann sie ihren Durst stillen. Wenn sie will, greift sie nach dem Glas, trinkt einen Schluck und - ihr Bedürfnis ist in diesem Augenblick befriedigt.
Als sie später ausgetrunken hat bemerkt sie, daß sie gar kein weiteres Glas trinken will, bezahlt und… geht.
Fertig.
:-)
Sie machte sich keine Gedanken darüber, ob, wie und wann sie an das nächste Glas kommt.
Sie genoss einfach ihre Anwesenheit… die Umgebung, die anderen Gäste und eben ihr Getränk.
Und das mit dem “nächsten Glas” hat sich dann sowieso von selbst erübrigt.
Sie hat sich den ganzen “Gedanken-Mist” also gespart. Denn es ist genau unser Denken, welches uns so oft beschäftigt und welches uns so oft behindert.
Das meine ich mit “Segen und Fluch des Denkens” - es geht also um die Entscheidung, OB wir überhaupt über etwas nachdenken, und wenn ja - WAS wir dann darüber denken.
Der Themenspruch zeigt es sehr schön: “Ein Pessimist ist ein Optimist, der nachgedacht hat.” - Dieses Nachdenken möchte ich durchaus kritisch betrachten. Denn vorher war er ja ein Optimist - mit positiver Lebenseinstellung. Das Nachdenken führt ihn überhaupt erst zu seiner pessimistischen Sichtweise.
Natürlich werden schnell die Stimmen laut, die sagen: “Das Problem hat der Optimist nur nicht gesehen - da ist doch der Pessimist besser dran, schließlich weiß er, was auf ihn zukommt oder was dahinter steckt und kann sich darauf vorbereiten!”.
Eben nicht - genau darum geht es heute. Denn es gibt auch eine ganz andere Auffassung, die besagt, daß der Pessimist durch sein Nachdenken das “Problem” erst zum Leben erweckt…
Fernöstlich:
Ganz konstruktiv geht Konfuzius an die Sache heran - mit diesem schon “berühmten” Ausspruch:
Es ist besser,
ein kleines Licht zu entzünden
als über große Dunkelheit zu fluchen.
Konfuzius
Sinnsprüche:
Noch einmal - sinngemäß - die Aussage von Konfuzius; nur jetzt aus deutscher Quelle:
Laß uns nicht
über das Schlechte klagen,
sondern das Gute leben.
Hans Kruppa
Der folgende Spruch ist wirklich “verzwickt” - das ist so einer zum dreimal hören/lesen und drüber nachdenken… denn bei jedem erneuten Aufnehmen öffnen sich neue Sichtweisen:
Der Optimist erklärt,
daß wir in der besten
aller möglichen Welten leben,
und der Pessimist fürchtet,
daß dies wahr ist.
James Branch Cabell
Und Mark Twain sagt uns gerade auf den Kopf zu:
Reiß deine Gedanken von deinen Problemen fort,
an den Ohren, an den Fersen oder wie immer.
Das ist das Beste, was der Mensch
für seine Gesundheit tun kann.
Mark Twain
Etwas “abgehobener” jedoch mit einer schönen und treffenden Bildsprache:
Man muß die Musik des Lebens hören,
die meisten hören nur die Dissonanzen.
Jeane de La Fontaine
Und schließlich Heinrich Heine - er spricht ebenfalls über den Fluch oder den Segen des Denkens:
Die Herrlichkeit der Welt
ist immer adäquat der Herrlichkeit
des Geistes, der sie betrachtet.
Der Gute findet hier sein Paradies,
der Schlechte genießt schon hier seine Hölle.
Heinrich Heine
Nur im Newsletter Special:
Als mir Matze vor einigen Wochen das Buch “Zehn Gebote der inneren Ruhe” von Lisette Thooft empfahl sprach mich seine Inhaltsangabe sofort an. Schwupps habe ich’s mir besorgt und bin gerade dabei es zu lesen.
Im dritten Kapitel mit dem Titel “Erlege Dir selbst und anderen keine Verbote auf” fand ich diese hervorragend passende Textpassage:
[…] Positive Deviance (positive Abweichung) lautet der Name eines neuen Ansatzes bei Entwicklungshilfe-Projekten. Darunter versteht man die Konzentration auf das, was in positivem Sinn vom Normalen abweicht. Es handelt sich, kurz gefasst, darum, dass die Helfer dasjenige betrachten, das gut läuft, anstatt auf das zu schauen, was nicht gut geht. Sie richteten ihre Aufmerksamkeit auf die Lösung statt auf das Problem.
Normalerweise beschäftigen sich Entwicklungshelfer vor allem mit dem, was im Negativen Sinne vom Normalen abweicht. Bei Nahrungsmittelhilfe-Projekten beschäftigt man sich zum Beispiel mit unterernährten Kindern. Irgendwann in den achtziger Jahren fragte sich einige Pioniere, wie es sich eigentlich erklären ließ, dass manche Kinder in armen Gemeinschaften normalgewichtig waren und offenbar gut ernährt wurden. Ihre Familien waren genauso arm wie alle anderen, was machten ihre Mütter also anderes? Jerry und Monique Sternin, die an der Spitze der Organisation Safe the Children standen, setzten das Prinzip der Positive Deviance in Vietnam in die Praxis um. Zwei Drittel der Kinder in den Dörfern, die sie besuchten, waren unterernährt, doch manche der ärmsten Kinder bekamen dennoch genug zu essen. Es stellte sich heraus, dass die Eltern dieser Kinder kleinen Garnelen und Krabben in den Reisfeldern fingen, die sie ihren Kindern zu essen gaben. Außerdem fügten sie dem Menü grüne Blätter bestimmter Pflanzen zur, die anderen Dorfbewohner nicht als gesunde Nahrung betrachteten, was jedoch ein Irrtum war. Als dieser Zusammenhang ans Licht kam und die anderen Familien die Informationen über die ‘positiv abweichenden’ Mütter erhalten hatten, konnte die Unterernährung in diesen Dörfern innerhalb von zwei Jahren um 85 Prozent gesenkt werden.
Probleme sind geradezu süchtig nach Aufmerksamkeit - aber schenken Sie Ihre kostbare Aufmerksamkeit lieber den Lösungen. Investieren Sie in das, was schief geht, und es wird immer mehr schief gehen. Investieren Sie in das, was gut geht, und immer mehr wird gut gehen. Und wenn es wirklich und nachweislich keine Lösung gibt, so lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf den Rest ihres Lebens, dorthin, wenn das Problem nicht ist.
Dies ist keineswegs ein Plädoyer dafür, die Probleme zu leugnen oder zu verdrängen. Was am besten funktioniert ist Folgendes: Sie sehen das Problem, Sie stellen es ganz deutlich vor sich hin, Sie leugnen nichts und sie sind so ehrlich, wie Sie nur können, und wenn sie nicht wissen, wie sie es lösen können, dann gestehen Sie sich dies auch ganz deutlich ein. Und dann legen Sie das Problem zur Seite, als ob Sie ein zu enges Stirnband abnehmen und auf den Nachttisch legen würden. Sie geben es auf, Sie lassen es los. Und Sie warten ab. Früher oder später kommt die Lösung von selbst auf Sie zu - als eine Art inneres Wissen, und diesmal ohne Zweifel oder Grübeln - oder wie ein Ereignis von außen. Es ist eine Art kosmisches Gesetz, dass alles, was bewusst gemacht wird, quasi sich selbst auf die Suche nach einer Lösung begibt. Das Leben im Licht des Bewusstseins tendiert stark zu Harmonie, zu Erfolg. Nur das, was im Dunkeln bleibt, was nicht gesehen werden darf, was wir verdrängen und unterdrücken, bleibt ein Problem.
Angesichts der Tatsache, dass bewusst gemachte Probleme sich gewissermaßen selbst auf die Suche nach einer Lösung begeben, ist das Einzige, was sonst noch zu tun bleibt: Diesem Prozess nicht im Wege stehen. Treten Sie einen Schritt zur Seite, um der Lösung, die sich naht, nicht den Weg zu versperren. Machen Sie ihr Platz, indem Sie still und aufmerksam wahrnehmen, was geschieht.
Verbieten sie sich nicht einmal, zu zweifeln, zu grübeln oder sich den Kopf zu zermartern. Wenn Sie mitten in der Nacht wach liegen, und das große Grübeln hat Sie in seinen feuchtkalten Krallen, versuchen Sie dann nicht einmal, damit aufzuhören. Nein, setzen sie etwas an seine Stelle: Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihren Körper, zum Beispiel. Spüren Sie Ihre Füße, Ihre Beine, Ihre Arme, Ihren Kopf, achten Sie auf Ihre Atmung, entspannen Sie sich und erleben Sie Ihren eigenen Körper von innen heraus. Spüren Sie, dass es in Ihnen vor lauter Leben kribbelt, bis in Ihre Zehen und Ihre Fingerspitzen hinein. Lenken Sie die Aufmerksamkeit auf all das Gute in Ihrem Leben, und das Gute wird wachsen und wachsen, solange, bis es all das weggeschoben hat, was nicht gut war. Sie können nicht Ihren Körper genießen und gleichzeitig Grübeln.
Formulieren Sie alle Verbote, die Sie in Ihrer Seele mit sich herumtragen, um.
“Nicht grübeln” wird zu: Meditieren über dieses subtile, leicht kribbelnde Körpergefühl.
“Nicht zu viel Geld ausgeben” wird zu: Mehr Aufmerksamkeit verwenden auf Freude an der Arbeit, intime Beziehungen und das Genießen all der Ungreifbarkeiten in ihrem Leben.
“Heute keine Schokolade essen” ersetzen Sie durch: Mit Genuss in ein leckeres Stück Vollkornbrot mit Käse beißen und eine knackige Möhre zwischendurch.
“Nicht Fernsehen” transformieren Sie zu: Ein spannendes Buch lesen, einen ungezwungenes langes Telefonat mit Freunden, sich endlich die Zeit nehmen, ein Tagebuch zu führen.
“Sich nicht zu Entscheidungen zwingen” wird zu: Das tun, was zu ihnen gehört, weil Sie der Menschen sind, der Sie sind.
“Nicht nach Wachstum streben” formulieren Sie um zu: Sich vom Leben erzählen lassen, wann es Zeit ist für Wachstum und wann es Zeit ist für Ruhe oder wohltuenden Stillstand.
Aus “Zehn Gebote der Inneren Ruhe”
von Lisette Thooft (ISBN 3-8251-7531-6)
Ausklang:
Es ist schon faszinierend:
Wir können nur an eine Sache wirklich “denken”.
Wir haben die Wahl, ob wir über etwas positives bzw. die Lösung oder über etwas negatives bzw. das Problem nachdenken.
Oder ob wir eben überhaupt darüber nachdenken.
Im Grunde ist es soooo einfach. Und dann doch wieder manchmal so schwierig. Die Macht der [Denk]Gewohnheit…
“Entweder ist man Teil der Lösung oder Teil des Problems” sagte (angeblich) Michail Gorbatschow.
Wie passend.
Hier ein letzter, wie ich finde absolut genialer Beitrag zu diesem Thema. Es geht zwar hier um “Angst”… dies können wir jedoch ohne Probleme viel universeller anwenden und für unseren Fall einfach z.B. durch “Negatives Denken” ersetzen:
Angst ist wie Dunkelheit.
Was kannst du gegen die Dunkelheit tun?
Du kannst sie nicht loslassen,
du kannst sie nicht hinauswerfen,
du kannst sie nicht hereinholen.
Du musst auf jeden Fall etwas
mit dem Licht tun und
überhaupt nichts mit Dunkelheit.
Aus dem Buch
“Emotionen - Frei von Angst, Eifersucht, Wut”
von Osho
Ach… und bevor ich’s vergesse - endlich ist nun in iTunes auch mein Cover-Bild eingebunden worden. Schau’ doch mal vorbei! Der iTunes-Link steht ganz oben im Newsletter - oder gib in der iTunes-Suche einfach “SinnSprüche” ein.
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freuen.
In diesem Sinne…
Bis nächsten Sonntag…
Die SinnSprüche der Woche - der beliebte Newsletter zum lesen und hören: Unter www.sinnsprueche.de präsentiere ich jeden Sonntag eine kleine, bewußte Sammlung handverlesener “Spruch-Perlen” und tiefer Weisheiten. Zehn Minuten Philosophie für einen guten Start in die Woche…
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© Anton Korduan, www.korduan.de

Tags: Fernöstlich, Gedanken, Hindernisse, Hürden, Newsletter, Sinnsprüche, Thema




































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