
Und hier der Newsletter Sinnsprüche, den ich regelmäßig bekomme
Thema:
Die einzige Sprache, die jeder versteht,
ist die Sprache des menschlichen Gesichts.
Ernst Bloch
Gedanken:
“Diskutieren und Besprechen” war das Thema von letzter Woche - vom Detail nun zum Allgemeinen: Um die Sprache “an sich” geht’s heute.
Wenn ich im Internet-Nachschlagewerk Wikipedia das Wort “Sprache” eingebe, erhalte ich unter anderem zu Beginn diese Definition:
“Die Sprache ist eines der wichtigsten Elemente unserer emotionalen und sozialen Kommunikation. Je besser diese von klein auf ausgebildet ist, umso differenzierter, gewählter und kommunikativer kann sich der Mensch mitteilen.”
Aha. Es geht also um Kommunikation… na, gleich mal weiter geforscht: Das Wort “Kommunikation” stammt vom lateinischen “Communis” (=gemeinsam) ab - genauer von “communicare”, was soviel bedeutet wie „teilen, mitteilen, teilnehmen lassen; gemeinsam machen, vereinigen“.
Wie wichtig unsere Sprache für uns tatsächlich ist beschreibt dieser Textauszug aus dem Buch “Schicksal und Chance - Liebe als Wanderung zwischen Bindung und Rückkehr” von Henry G. Tietze (ISBN 3-548-34452-6):
[…] Bekannt ist das Experiment, das der Hohenstaufe Friedrich II. um 1200 in Sizilien machte: Er wollte ermitteln, welches die Ursprache der Menschheit sei. Zu diesem Zweck ließ er zwölf Kinder aufziehen, zu denen jedoch niemand sprechen durfte - er wollte herausfinden, welche Sprache die Kinder von selbst entwickeln würden. Das Experiment mißlang kläglich: alle Kinder starben frühzeitig. Es hatte ihnen die menschliche Zusprache, welche auch eine Form der Liebe ist, gefehlt. […]
Whow… wirklich heftig.
Obwohl “die Sprache” für uns ganz allgegenwärtig und sozusagen “normal” ist, geht es dabei also um etwas sehr, sehr wichtiges.
Grund genug, ein wenig weiter zu stöbern: Ich habe also ein paar schöne Beiträge zusammengetragen, in denen berühmte und weise Denker über die Sprache… sprechen.
Fernöstlich:
Im Grunde ist der folgende Satz von Konfuzius ganz “logisch” und einfach… so einfach, daß keiner darüber mehr nachdenkt. Wenn wir uns jedoch über die Sprache an sich Gedanken machen, dann ist diese Aussage eben doch von ganz grundlegender Bedeutung:
Wenn die Sprache nicht stimmt,
so ist das, was gesagt wird,
nicht das, was gemeint ist.
Konfuzius
Sinnsprüche:
Etwas bildhafter - und dramatischer -
drückt sich Mark Twain aus:
Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort
und dem beinahe richtigen ist derselbe
wie zwischen dem Blitz und dem Glühwürmchen.
Mark Twain
Oh… sehr schön… der folgende Gedanke
fühlt sich richtig gut an:
Mit denen verkehre am meisten,
mit denen du am wenigsten
zu reden brauchst,
um verstanden zu werden.
unbekannt
Und gleich noch ein konstruktiver Beitrag - leider auch unbekannter Herkunft:
Die Menschen reden viel zu sehr übereinander,
sie sollen besser miteinander reden.
unbekannt
Von Leonardo da Vinci, dem italienische Universalgenie, sind diese beeindruckenden Zeilen:
Die Mitteilungsmöglichkeit
des Menschen ist gewaltig,
doch das meiste, was er sagt,
ist hohl und falsch.
Die Sprache der Tiere ist begrenzt,
aber was sie damit zum Ausdruck bringen,
ist wichtig und nützlich.
Jede kleine Ehrlichkeit
ist besser als eine große Lüge.
Leonardo da Vinci
Zurück zur “Sprache als Werkzeug zur Kommunikation”. Die beiden folgenden Gedanken betreten dieses Gebiet von einer völlig anderen Richtung… und zeigen dabei eine sehr hohe Sichtweise auf. Der Erste - ganz kurz:
Die Sprache
ist der Spiegel
der Gedanken
unbekannt
Und, der Zweite, ganz folgerichtig:
Deine Sprache zeigt,
was du heute bist,
und sie bestimmt,
was du morgen sein wirst.
unbekannt
DAS ist doch der springende Punkt: Wir können an unserer Sprache erkennen, wie wir denken. Wir brauche alleine unsere Lieblings-Phrasen und -Floskeln betrachten. Die reichen von “Ich krieg’ sooo einen Hals!” bis zu “Eile mit Weile - Rom wurde auch nicht an einem Tage erbaut…” und lassen sehr auf unsere innere Haltung - und somit auf unsere Zukunft - schliessen.
Das Gute dabei ist, daß dies auch “rückwärts” funktioniert: Wir können unsere Gedanken eben auch durch den bewußten Einsatz unserer Sprache lenken. Weniger im Sinne dieses falsch verstandenen “positiven Denkens”, in dem Affirmationen geistlos heruntergebetet werden.
Eher nach dem bekannten Motto “Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zu Besserung”: Dahingehend, daß wir durch Bewußtsein und Aufmerksamkeit lernen darauf zu achten, was wir so von uns geben und durch die daraus gewonnene Selbsterkenntnis die Möglichkeit bekommen, unsere Sprech- und Denkgewohnheiten nachhaltig zu verändern…
Nur im Newsletter Special:
Diesen gerade angeschnittenen Gedanken der “Selbsterkenntnis” kann man noch ein wenig erweitern und neben der eigenen Sprache auch bewußt auf die “Sprache von außen” achten - hierzu dieser kleine, jedoch sehr konstruktive Textauszug:
[…]
Nehmen Sie sich für diese Woche vor, jedem, der Ihnen begegnet, aufmerksam zuzuhören. Achten Sie auf die Gespräche an öffentlichen Orten. Wenn sie negativ sind, filtern Sie sie aus.
[Aber vorher senden Sie diesen Menschen den Gedanken, daß sie sich von der Ebene aus, auf der sie sich jetzt befinden, weiterentwickeln werden, und lieben Sie sie um dessentwillen, der sie sind.]
Achten Sie auf das Fernsehen, die Zeitungen und Bücher, die Sie lesen – werden positive Begriffe verwandt? Wächst Ihre Energie dadurch oder nimmt sie eher ab, weil negative Bilder in Ihr Bewußtsein eingepflanzt werden.
Es steht Ihnen völlig frei, was Sie lesen oder hören. Niemand zwingt Sie zu irgendetwas. Machen Sie diese Woche einmal Gebrauch von dieser Freiheit und Ihrem freien Willen, und suchen Sie sich das angenehmste und hilfreichste Umfeld, das Sie finden können.
[…]
Aus “Sich dem Leben öffnen -
Schritte zu persönlichem Wachstum und geistiger Kraft”
von Sanaya Roman (ISBN 3-7157-0098-X)
Ausklang:
Es ist irgendwo schon ein tolles Werkzeug, unsere Sprache. Ich geniesse es sehr, sie bewußter zu verwenden, meine Gedanken gezielter auszudrücken und daran zu wachsen.
Zu diesem Thema habe ich noch einige weitere, schöne und vor allem sehr interessante Beiträge gefunden - daher steht der Titel des nächsten Newsletters sogar heute schon fest: Es wird um “Einfache Kommunikation” gehen. Darum, unsere Sprache zu vereinfachen, quasi “Simplify”-mäßig.
Für den Schluß habe ich wieder ein schönes Wochenmotto herausgesucht: Die Sprache ist ja ein Werkzeug, an sich also neutral. Nun gibt es also - und das ist ganz natürlich - Zeitgenossen, die sie “positiv” und andere, die sie “negativ” einsetzen (sehr verallgemeinert ausgedrückt). Unter der zweiten Kategorie sind zum Beispiel die “Missionare”. Du kennst bestimmt auch einige davon. Das sind Menschen, die immer und zu allem ihren “Senf” dazugeben… müssen.
Besonders in “esoterischen” oder spirituellen Kreisen ist das sehr beliebt, wie mir scheint. Egal, ob es um die neueste Ernährungsmethode oder den genialsten (selbstverständlich den eigenen) Erleuchtungs-Weg geht… im Endeffekt geschieht meist nur eines - entschuldige den harten Ausdruck: Wir werden mehr oder weniger unwillig “zugetextet”.
Und das “Schlimmste” dabei ist, daß wir uns ab und an auch selbst in dieser Rolle wieder finden… daß wir es sind, die die anderen ungefragt mit unserer Weisheit missionieren wollen…
Umso befreiender und lohnenswerter finde ich nun also die Geisteshaltung, die der folgende SinnSpruch von Paul Claudel ausdrückt:
Rede nur,
wenn du gefragt wirst,
aber lebe so,
daß man dich fragt!
Paul Claudel
In diesem Sinne…
eine schöne Woche!
Die SinnSprüche der Woche - der beliebte Newsletter zum lesen und hören: Unter www.sinnsprueche.de präsentiere ich jeden Sonntag eine kleine, bewußte Sammlung handverlesener “Spruch-Perlen” und tiefer Weisheiten. Zehn Minuten Philosophie für einen guten Start in die Woche…
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Ich freue mich natürlich, wenn Du die "Sprüche der Woche" an Freunde und Bekannte weiterleitest - dies ist ausdrücklich erwünscht… vielen Dank!
© Anton Korduan, www.korduan.de

Tags: Gedanken, Gesicht, Kommunikation, reden, SinnSprüche, Sprache, Wort




































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