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SinnSprüche - Sinn des Lebens - NL 8.10.07

Lyriksplitter2r

Und hier der Newsletter Sinnsprüche, den ich regelmäßig bekomme

Thema:
Denke nicht über das Leben nach, lebe es,
denn verstehen wirst Du es nie.
unbekannt

Gedanken:
Im Grunde ist es ziemlich gewagt, hier über den “Sinn des Lebens” zu philosophieren.

Nicht nur, weil der Themenspruch, gerade eben, es so schön ausgedrückt hat… sondern auch deshalb, weil es in den SinnSprüchen ja irgendwie - ganz hintergründig - doch IMMER um den Sinn des Lebens geht.

Andererseits hat mich wieder einmal der heutige “Nur im Newsletter”-Beitrag zu diesem Thema inspiriert.

Also - was solls.

Habe somit in meiner Datenbank gewühlt und bin auf einige Zitate zum Sinn des Lebens gestossen. Eine kleine, besondere Auswahl habe ich nun für Euch heraus gesucht. Wohl gemerkt - eine kleine Auswahl. Denn den Sinn des Lebens mit ein paar Sprüchen “abhandeln” zu wollen währe wohl ziemlich vermessen…

Insofern erhebe ich zwar keinen “Anspruch auf Vollständigkeit”… wohl aber einen auf Tiefsinnigkeit :-)

Nun denne - viel Spaß und tiefe Eindrücke wünsche ich Dir mit den folgenden SinnSprüchen der Woche!

Fernöstlich:
Nimm die Welt von der leichten Seite,
und der Geist wird frei von jeder Last sein.

Miss den Zehntausend Dingen keine Bedeutung bei,
und dein Herz wird nicht verwirrt sein.

Lass dir Leben und Tod gleich wichtig sein,
und dein Verstand wird ohne Angst sein;

nimm gegenüber Wandel und Beständigkeit
die gleiche Haltung ein,
und nichts wird deine Klarheit trüben.
Laotse

Sinnsprüche:
Hmhm… das wird ja heute richtig spannend: Aus den nächsten drei Beiträgen ergibt sich nämlich eine sehr interessante Gedankenkette… also “aufgemerkt”!

Der erste, von Leo Tolstoi, ist so einer, den man “einfach so” als Weltformel stehen lassen könnte:

Der Sinn des Lebens
ist die Vermehrung
der Liebe auf Erden.
Leo Tolstoi

Wenn wir das jetzt noch mit folgender Aussage von Oscar Wilde kombinieren wird’s spannend:

Ziel des Lebens ist Selbstentwicklung.

Das eigene Wesen
völlig zur Entfaltung zu bringen,
das ist unsere Bestimmung.
Oscar Wilde

Aha! Da haben wir auf der einen Seite also den “Sinn des Lebens” in der Vermehrung der Liebe… okay.

Und nun als “Ziel des Lebens” die Selbstverwirklichung. Und das ist absolut kein Widerspruch!

Denn genauer betrachtet geht es doch bei der Selbstverwirklichung auch um selbstLIEBE. Also die eigene Liebe - auch und besonders sich selbst gegenüber - zum Ausdruck zu bringen. Insofern vermehren wir die Liebe auf Erden auch dadurch, indem wir uns selbst lernen zu lieben… und somit unser Wesen in Selbstverwirklichung zur Entfaltung bringen.

Der dritte im Bunde ist nun Thornton Wilder - er führt diesen Gedanken der Liebe noch einmal ganz anders fort:

Man muss das Leben lieben um es zu leben,
und man muss das Leben leben um es zu lieben.
Thornton Wilder

Der folgende bildhafte Beitrag ist ein schöner, runder Abschluß der heute eher kürzeren Sprüche-Reihe:

Das Leben ist eine Art Waldspaziergang -
man muß nur ein bißchen auf den Weg achten,
und kann bedenkenlos die Schönheit genießen.
Henning Pohlmann

Nur im Newsletter Special:
Hier also der angekündigte Text, der mich zum heutigen Thema inspiriert hat.

Ich haben ihn dem “Text des Monats” von Thomas R. entnommen.

Leider habe ich keinerlei Anmeldeinformationen mehr - ich weiß auch garnicht, wo ich ihn gefunden habe… also, Thomas, wenn Du diese Zeilen liest… schick’ mir mal ein Mail mit deiner Homepage - gerne würde ich die auch meinen Lesern weitergeben.

Was jetzt folgt ist ein sehr interessanter Gedanke… er wird sicherlich beim einen oder anderen zum Widerstand anregen. Ich bitte daher nur, wohlwollend auf das “dahinter” zu achten… das kann nämlich wirklich ein genialer Denkanstoss sein:

Das Schaufeln des Sandhaufens
Stellen Sie sich vor, ich würde Sie bei mir als Arbeiter einstellen und gebe Ihnen die Aufgabe: Bitte schaufeln Sie diesen grossen Sandhaufen von dieser Stelle des Hofes 2 Meter nach links. Sie sind ungefähr 4 Stunden am Arbeiten. Als Sie fertig sind, fragen Sie mich: Was soll ich jetzt tun? Ich antworte: Bitte schaufeln Sie den Sandhaufen wieder zurück an die ursprünglich Stelle. Mürrisch erledigen Sie Ihre Aufgabe. Als Sie fertig sind haben Sie Feierabend. Am nächsten Morgen lasse ich Sie den Sandhaufen wieder an die andere Stelle schaufeln. Am Nachmittag wieder zurück. Am nächsten Tag das selbe Spiel… Irgendwann werden Sie entrüstet aufschreien: Das ist sinnlos, was ich hier mache!

Schauen Sie die Kriege an: Da passiert doch was Wichtiges, oder? Der Irakkrieg, der Vietnam-Krieg, der Sechstage Krieg, der II Weltkrieg, der 30-jährige Krieg, der Punische Krieg, der trojanische Krieg…

Betrachten wir mal die alten Kriege, da sieht man es deutlicher. Kriege werden geführt, um die Rechte eines Volkes zu sichern oder zu erweitern, damit es “unserem Volk” besser geht. Ich rede mal nur von den Siegern. Die haben ja in ihrer Selbstdefinition Recht behalten. Die haben dann ja plötzlich bekommen, was ihnen so wichtig erschien. Schauen Sie sich zum Beispiel die Gebietsveränderungen des 30-jährigen Krieges an. Die Toten, die damals für diese Gebietserweiterung, für diesen Sieg gestorben sind. Hat es aus heutiger Sicht etwas genutzt? Wo ist der “Vorteil” geblieben? Der Sandhaufen ist wieder an eine andere Stelle geschaufelt worden. Und dann wieder an eine andere Stelle und dann wieder, und wieder und wieder. Und so ist es mit allen Kriegen.

Sie arbeiten in einer Firma oder Sie sind selbständig. Das ist was wichtiges oder? Sie versuchen Marktanteile zu gewinnen, Umsätze zu erhöhen, Marketingpläne zu entwerfen, neue Kunden zu gewinnen, die Buchhaltung zu erstellen. Nicht unähnlich den Generälen und Soldaten beim Krieg. Und da plötzlich eines Tages ist ihre Firma vielleicht Nr 1. Hurra, das war der Sinn für die ganzen Jahre an Anstrengung. Der Krieg ist gewonnen! Dann aber vielleicht 11 Jahre später ist ihre Firma Nummer drei. Und weiter 5 Jahre später ist sie vielleicht pleite. Wo ist der Nutzen ihrer Arbeit geblieben? Sie arbeiten inzwischen bei einer anderen Firma, die wieder versucht Marktanteile zu gewinnen, Umsätze zu erhöhen, Marketingpläne zu entwerfen… Der Sandhaufen ist wieder an eine andere Stelle geschaufelt worden. Und dann wieder an eine andere Stelle und dann wieder, und wieder und wieder. Es dreht sich alles im Kreis.

Sie haben Kinder. Die meisten fragen gar nicht warum. Könnte es vielleicht sein, weil Sie sonst keinen Sinn im Leben finden? Sie haben mit Ihrem Partner vielleicht nichts mehr zu besprechen? Also machen Sie Kinder, da gibt’s wieder was zu besprechen. Kinder beschäftigen uns und wir kommen uns wichtig vor! Wir selbst sehen keinen Sinn in unserem Leben und sagen uns insgeheim: Die Kinder sind der Sinn! Und die Kinder werden ja hoffentlich dann einen Sinn für sich finden. Ich tue es für sie! Irgendwann sind die Kinder erwachsen und haben die selbe Sinnkrise wie Sie. Ihre Lösung sieht genauso aus, wie Ihre: Sie stellen wieder Kinder auf die Welt. Und raten Sie, was diese Kinder machen, wenn Sie erwachsen sind? … und so dreht sich der Kreis. Der Sinn wird von einer auf die andere Generation vertagt. Wir schaufeln den Sandhaufen im Kreis herum.

Schauen Sie mal ihr Leben an: Der Sinn dessen, was Sie tun ist im Prinzip nichts viel anderes als einen Sandhaufen von einer Ecke in die andere zu schaufeln. Alles was wir als zusätzlichen Sinn definiert haben, ist eine Hinzuerfindung, um das Schaufeln sinnvoll aussehen zu lassen.

Ich für mich habe herausgefunden: Das Leben hat in sich keinen Sinn. Nichts ist wirklich wichtig. Wir tun nur so als ob! Wir beschäftigen uns nur alle. Wenn Sie das annehmen können, gibt Ihnen das eine wunderbare Leichtigkeit. Sie müssen nämlich nichts, gar nichts ernst nehmen. Alles ist ein Spiel, eine Riesen Seifenoper und jetzt können Sie ein immer lächelnder Mensch werden, weil sich alle eigentlich nur versuchen zu beschäftigen und das Schaufeln sinnvoll aussehen zu lassen. Wenn wir alle einig wären, dass wir das Schaufeln an sich gar nicht brauchen, könnten wir in jeder Situation ohne Bedauern die Schaufel einfach stehen lassen.
Matthias Pöhm, Rhetoriktrainer

Ausklang:
Okay doki!

Möglicherweise werde ich im im nächten Newsletter das Thema fortsetzen… vielleicht geht es in Richtung “das Leben als Spiel”. Sicher ist das zwar nicht… wenn Du aber dazu einen schönen Spruch oder - noch besser - einen schönen Textbeitrag liefern kannst - dann immer her damit! Ich freu’ mich über jedes Mail.

Wie Du ja vielleicht bemerkt hast, sind ja letzte Woche die SinnSprüche ausgefallen. Zur Zeit ist ziemlich viel los… ich berichte evtl. später genauer. Neben persönlichen “Entwicklungs-Schüben” steht ja auch das SinnSprüche-CD-Projekt in den Startlöchern. Ich würde gerne diese Geschenk-Möglichkeit noch rechtzeitig für dieses Weihnachten fertigstellen. Und das ist ja eigentlich schon “jetzt” :-)

Daher bitte nicht wundern - es kann gut sein, daß ich zugunsten der SinSprüche-Geschenk-CD’s noch einmal mir eine kleine “Auszeit” nehme. Aber keine Bange - mehr als eine Pause am Stück kommt nicht in die Tüte…

Zum Schluß nun wieder ein schöner Gedanke zum “mitnehmen” in die Woche. Druck’ ihn doch aus und verwende ihn die nächsten Tage als “Motto”… es schadet sicher nicht, lohnt sich vielleicht aber sehr:

Alle Lebewesen
außer dem Menschen wissen,
dass der Hauptzweck des Lebens
darin besteht, es zu genießen.
Samuel Butler

In diesem Sinne wünsche ich Dir eine schöne Woche -
konzentriere Dich auf’s Wesentliche -
und genieße davon soviel Du nur kannst…

Die SinnSprüche der Woche - der beliebte Newsletter zum lesen und hören: Unter www.sinnsprueche.de präsentiere ich jeden Sonntag eine kleine, bewußte Sammlung handverlesener “Spruch-Perlen” und tiefer Weisheiten. Zehn Minuten Philosophie für einen guten Start in die Woche…

Weiterleiten & Copyright
Ich freue mich natürlich, wenn Du die "Sprüche der Woche" an Freunde und Bekannte weiterleitest - dies ist ausdrücklich erwünscht… vielen Dank!
© Anton Korduan, www.korduan.de

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