headermask image

header image

SinnSprüche - Lucy - NL 1.1.08

Lyriksplitter2r

Und hier der Newsletter Sinnsprüche, den ich regelmäßig bekomme

Thema:
Du kannst dein Leben
nicht verlängern,
noch verbreitern,
nur vertiefen.
Gorch Fock

Gedanken:
Wir haben einen Hund. Genauer gesagt ist es Gaby’s Hund. Sie hat ihn in die “Familie” mit eingebracht und ich habe “Lucy” schnell lieben gelernt. Lucy ist ein sehr besonderer Hund (auch, wenn das wahrscheinlich viele von ihrem Haustier behaupten).

Lucy ist nämlich alt. Sehr alt. 16 Jahre.

Früher wurde angenommen, dass jedes Hunde Lebensjahr in etwa 7 Menschenjahren entspricht. Diese Umrechnungsformel wurde jedoch überarbeitet und u.A. in Relation zur Größe des Hundes gesetzt (hier eine Seite zur Umrechnung von “Hundejahren”: Hundealter).

Da Lucy eher klein ist (ausgestreckt ist sie vielleicht so lang wie mein Arm) ist sie stolze 84 Jahre alt. So verwundert es nicht, daß sie auch sehr schlecht hört und wenig sieht.

Manchmal kommt es daher zu recht “ulkigen” Situationen: Um Lucy zu “rufen” hat es sich mittlerweile bewährt in die Hände zu klatschen. Diese Art Schallwellen kann sie scheinbar aufnehmen - rufen oder gar brüllen hilft nämlich nix. Dumm nur, daß die umliegenden Wände das Klatschen meist reflektieren und Lucy somit erst einmal höchst aufmerksam in verschiedenste Richtungen blickt… nur nicht in die, wo ich stehe. Naja… halb so wild - nach weiteren zwei, drei oder fünf Klatschern bekommt Sie dann schon mit, wo die Geräusch-Quelle sich befindet :-)

Ebenso ihr Seh-Sinn. Vermutlich ist es der graue Star, der ihre Sehfähigkeit einschränkt. So geschieht es öfter, daß sie sich beim Spazierengehen oder auch in der Wohnung mehr als drei Meter von uns entfernt und lautes Rufen oder Klatschen sie nicht davon abhält, nervös verschiedenste Ecken und Türen, gar Hosenbeine zu beschnuppern, bis sie herausfindet, wo denn Herrchen oder Frauchen sich befinden. Von aussen gesehen sieht das oft sehr amüsant aus, da wir ja fast in Greif-Reichweite sind und trotzdem wild hampeln, rufen und klatschen :-)

Nun - es hat natürlich einen Grund, warum ich Euch heute von Lucy so ausführlich erzähle. Es verbirgt sich sehr viel Wachstums- und Nachdenk-Potenzial darin. Besonders zwei Dinge möchte ich beleuchten, die genügend Stoff für mehrere SinnSprüche-Newsletter bieten.

Beide wurden mir klar, als ich mich gestern Abend mit Gaby unterhielt. Unser Gespräch begann damit, daß Sie sagte “Du… ich habe Angst, daß Lucy schon morgen nicht mehr aufwachen könnte.”

Klar - Gabys Befürchtungen sind berechtigt. Auch wenn Lucy öfter quickfidel herumspringt wie ein junger Welpe… sie schläft auch sehr viel während des Tages und man merkt schon, daß Sie in ihrem letzten Lebensabschnitt ist.

Und natürlich kommen jetzt umso mehr Gedanken auf in Richtung “Jeden Tag kann es soweit sein”.

Interessant dabei finde ich, daß diese Erkenntnis “Niemand weiß, wie lange er lebt oder wann er stirbt” ja für uns alle gilt - Täglich. Die meisten kennen den Ausspruch “Carpe Diem” - “Pflücke dir den Tag”. In der Quelle geht das Gedicht weiter mit “und glaube so wenig wie möglich an den nächsten!”

Mir wurde bei unserem Gespräch wieder einmal so richtig bewußt, wie sehr wir Menschen uns doch selbst etwas vormachen. In schicksalshaften Zeiten oder wenn der Tod eines geliebten Menschen (oder Tieres) uns belastet, dann werden wir daran erinnert und denken über unsere eigene, begrenzte Lebenszeit nach.

Aber nur zu schnell holt uns der Alltag ein und wir vergessen unsere Vorsätze, nach denen wir endlich bewußter Leben wollen, nach denen wir Schluß machen mit faulen Kompromissen und nach denen wir endlich mehr zu uns selbst stehen und unseren eigenen Lebensweg gehen möchten.

Die zweite Einsicht unseres “Lucy-Gesprächs” ist nicht weniger tiefgreifend. Wenn ich mir so ansehe, welche “Gebrechen” Lucy hat fällt mir nun auf, daß diese niemals ein “Problem” für uns waren. Nie kamen wir auf die Idee zu denken, daß Lucy “schlecht” wäre oder “unvollständig” oder “fehlerhaft”. Das gehört zu ihr dazu und wir erkennen es selbstverständlich und liebevoll an.

Es ist wirklich interessant, wie verschoben unsere Sichtweise plötzlich wird, wenn es nicht um ein “unschuldiges Tier” sondern um Menschen geht. Mit einem Mal setzen wir andere Maßstäbe an und werden zum Scharfrichter, wenn es um Charaktereigenschaften oder Marotten unserer Mitmenschen geht. Und noch viel strenger sind wir, wenn es um den einen, wichtigsten Menschen in unserem Leben geht. Wir selbst sind unsere schärfsten Kritiker überhaupt.

Nur warum? Warum können wir nicht ebenso wie bei einem Haustier uns selbst annehmen, so wie wir sind - ungeachtet unserer “Fehler”. Warum können wir nicht ebenso unsere “vermeintlichen Schwächen” lieben, als Ausdruck unseres unverwechselbaren, einmaligen Daseins?

Ich bin dankbar dafür, daß mir Lucy diese Einsichten beschert - und Euch diesen Newsletter :-)

Fernöstlich:
Gönne Dir einen Augenblick der Ruhe
und du begreifst,
wie närrisch du herumgehastet bist.

Lerne zu schweigen und du merkst,
dass du zuviel geredet hast.

Sei gütig und Du siehst ein,
dass dein Urteil über andere
allzu hart war.
Tschen Tschin

Sinnsprüche:
In der Buchreihe “Gespräche mit Gott” von Neale Donald Walsch fand ich diesen Satz, der so wertvoll und tiefschichtig ist, daß Du ihn Dir wirklich sozusagen “auf der Zunge zergehen” lassen solltest…

Es gibt nichts, was ich haben muss,
nichts, was ich tun muss,
und nichts, was ich sein muss,
außer genau dass,
was ich in diesem Moment bin.
aus “Gespräche mit Gott”
von Neale Donald Walsch

Und hier gleich noch ein schöner Beitrag in Richtung Selbstachtung:

Es gibt nur einen Menschen
auf der Welt, der dich
wirklich glücklich machen kann.

Es gibt nur einen Menschen
auf der Welt, der dich
wirklich unglücklich machen kann.

Wie wäre es, wenn du
diesen Menschen etwas besser
kennenlernen würdest?

Als Anfang:
stell dich mal vor den Spiegel,
lächle und sage:

HALLO
Ken Keyes jr.

Wir alle wissen um dieses eingangs erwähnte “Carpe-Diem”-Prinzip. Wir wissen, daß wir sterben werden. Die wenigen, die sich mit dem Tod ausgesöhnt haben können auch das Leben wahrlich geniessen.

Alle anderen verbindet die eine große Ur-Angst vor dem Tode. Diese Angst ist es, mit der wir uns unser Leben häufig so viel unnötig schwerer machen…

Dazu passt diese kleine ZEN-Geschichte:

Einst saß ein alter, weiser Mann unter einem Baum, als der Seuchengott des Weges kam.

Der Weise fragte ihn: “Wohin gehst Du?”.

Und der Seuchengott antwortete ihm:
“Ich gehe in die Stadt und werde dort hundert Menschen töten.”

Auf seiner Rückkehr kam der Seuchengott wieder bei dem Weisen vorbei. Der Weise sprach zu ihm: “Du sagtest mir, daß Du hundert Menschen töten wolltest. Reisende aber haben mir berichtet, es währen zentausend gestorben.”

Der Seuchengott aber sprach: “Ich tötete nur huntert. Die anderen hat die eigene Angst umgebracht.”
ZEN Weisheit

Special:
Im heutigen “Nur im Newsletter”-Teil habe ich für Euch zwei besondere Spruch-Perlen herausgefischt.

Nimm jede Zeile bewußt auf… geniesse sie und lasse sie tief in Dich eindringen… - es lohnt sich.

die natur

die natur lebt
die natur lebt gelassen
die natur lebt gelassen und in tiefer innerer ruhe

die natur ruht
die natur ruht gegenwaertig
die natur ruht gegenwaertig und voller vertrauen

die natur vertraut
die natur vertraut dem leben
die natur vertraut dem leben und der freiheit

der mensch ist teil der natur
Regine Steude,
Konzentrationstrainerin

Und hier der zweite “Geniesser-SinnSpruch” zum genau-hinhören:

Die Angst
“Ich genüge nicht”
hindert uns zu wagen.

Der Filter
“Ich weiß es schon”
hindert uns zu sehen.

Die Vermutung
“Du willst ja nicht”
behindert uns zu bitten.

Die Floskel
“Das war schon immer so”
hindert uns zu hören.

Das Vorurteil
“So bist du eben”
hindert uns, aufs neue zu beginnen.

Die Überzeugung
“Das geht doch nicht”
hindert uns zu experimentieren.

Die Sehnsucht, der Mut
zu werden, was sein kann,
fordert uns auf, trotz allem.
Renate Windisch

Ausklang:
Zum Schluß habe ich noch zwei besondere “Schmankerl” für Euch. Ich habe in den Archiven gestöbert - dort ruhen viele wertvolle SinnSpruch-Schätze.

Vor gut dreieinhalb Jahren hatte ich diese beiden hervorragenden Beiträge im Newsletter - jetzt erscheinen sie mir “wie neu” und vor allem höchst passend zum heutigen Thema:

Frage dich in jeder
schwierigen Situation:

“Was würde der stärkste,
mutigste, liebevollste Teil
meiner Persönlichkeit jetzt tun?”

Und dann tue es.
Tue es richtig.

Und zwar sofort.
Aus “Erleuchteter Alltag”
von Dan Millman

Und schließlich dieser hier, den ich Euch ebenso als Motto mit geben möchte - als Motto für die nächsten ein, zwei Wochen, bis zum nächsten SinnSprüche-Newsletter. Und vielleicht auch gleich als Leitgedanke für dieses Jahr… denn tiefgreifend genug ist er:

Wer weiß, wie er
sein Leben gestalten muss,
um glücklich zu sein,
muss nur noch den Mut finden,
es auch zu leben.
John Irving

In genau diesem Sinne wünsche ich Dir eine schöne Woche.

… und ein gutes neues Jahr!!!

Weiterleiten & Copyright
Ich freue mich natürlich, wenn Du die "Sprüche der Woche" an Freunde und Bekannte weiterleitest - dies ist ausdrücklich erwünscht… vielen Dank!
© Anton Korduan, www.korduan.de

Lyriksplitter2l


Tags: ,

Du möchtest immer auf dem Laufenden sein? Abonniere meine Feeds

Post a Comment

Your email is never published nor shared.

Erstkommentare werden manuell freigeschaltet.