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SinnSprüche - Vermögen contra Reichtum - NL 13.1.08

Lyriksplitter2r

Und hier der Newsletter Sinnsprüche, den ich regelmäßig bekomme

Thema:
Der kürzeste Weg zum Ruhm ist - gut zu werden.
Heraklit

Gedanken:
Letztens las ich in einem Buch den interessanten Vergleich der Begriffe “Reichtum” und “Vermögen”.

Ich fand den Gedanken sehr interessant: Reichtum im Sinne von Besitz ist das eine. Vermögen, im Sinne von “Die Fähigkeit etwas zu tun” ist etwas ganz anderes.

Natürlich können wir auch Fähigkeiten “besitzen”. Oder “reich” an Talenten sein. Es geht mir auch nicht um Haarspalterei der Wörter sondern einfach nur um den Grundgedanken, der dahinter steckt.

Was mir so an dem Gedanken gefällt ist die bewußte Unterscheidung zwischen dem eingeschränkten Begriff des Reichtums und dem größeren Rahmen des Vermögens. Denn in diesem Sinne bedeutet Reichtum alles, was wir auf unserem Konto haben, Wertgegenstände etc… also alles materielle.

Unser Vermögen jedoch schließt auch unsere immateriellen Reichtümer ein: Unsere Fähigkeiten und Talente.

Wenn z.B. nach einer Katastrophe all unser Hab und Gut verloren ist - so können wir dank unseres Vermögens dennoch wieder von vorne Anfangen. Ein begabter Handwerker wird sich eine neue Existenz aufbauen und wieder materiellen Reichtum schaffen können.

Es heißt ja auch “etwas zu vermögen”… oder “ich vermag dies oder das zu tun”.

Wenn ich mir dagegen einen Menschen vorstelle, der (aus Faulheit) niemals seine Fähigkeiten entwickelt hat, weil er wie die “Made im Speck” in materiellem Reichtum aufgewachsen ist - dieser würde zu Grunde gehen, wenn seine Güter (sagen wir bei einem Börsen-Crash) einmal verloren wären…

Dazu dieser ironische SinnSpruch:

Die wichtigste menschliche Fähigkeit
ist die Zahlungsfähigkeit
Unbekannt

Zum Glück hat jeder (mehr oder weniger verborgene) Fähigkeiten in sich. Jeder ist mit einem großen Vermögen auf die Welt gekommen.

Und das ist wohl auch eine der großen Lebensaufgaben, derentwegen wir “hier sind”: Unsere Talente zu entfalten um unser wahres “Vermögen” einzusetzen. Anderen damit zu Dienen und als Folge “Erfolg” zu ernten, zu VERdienen.

Oder mit anderen Worten:

Zu sein, was wir sind,
und zu werden,
was wir werden können
ist unsere Bestimmung im Leben.
Robert Louis Balfour Stevenson

Fernöstlich:
Ist die Zeit zum Handeln da,

dann ist Wissen,
das nur in Büchern steht,
kein Wissen,

und Geld, das sich in
fremden Händen befindet,
kein Geld.
hinduistische Weisheit

Sinnsprüche:
Diese kurze Anekdote regt gleich noch mehr
zum Nachdenken an:

Der Philosoph Simonides wurde gefragt, ob der Mensch lieber nach Reichtum oder nach Weisheit streben sollte.

“In dieser Welt lieber nach Reichtum”, erwiderte er, “denn ich sehe die Weisen vor den Türen der Reichen, die Reichen aber nicht vor den Türen der Weisen.”
Unbekannt

Da es heute also um Vermögen im Sinne von Fähigkeiten geht, wählte ich den Themenspruch von Heraklit “Der kürzeste Weg zum Ruhm ist - gut zu werden.”

Dazu passt dieses bissige Zitat
von dem Schauspieler Danny Kaye perfekt.

Und erstaunlicherweise sind beide uneingeschränkt auf das heutige Geschäfts- und Arbeitsleben anwendbar:

Es gibt zwei Möglichkeiten,
Karriere zu machen:

Entweder leistet man wirklich etwas,
oder man behauptet, etwas zu leisten.

Ich rate zur ersten Methode,
denn hier ist die Konkurrenz
bei weitem nicht so groß.
Danny Kaye

Nun eine interessante Gedankenkette, die ich mit den folgenden drei SinnSprüchen aufbauen möchte.

Hier der erste - von Johann Wolfgang von Goethe:

Unsere Wünsche
sind Vorgefühle der Fähigkeiten,
die in uns liegen,

Vorboten desjenigen,
was wir zu leisten imstande sein werden.
Johann Wolfgang von Goethe

Aha. Soweit so gut. Nun noch Nietzsches Beitrag dazu:

In Wahrheit heißt, etwas wollen,
ein Experiment machen,
um zu erfahren,
was wir können.
Friedrich Wilhelm Nietzsche

So - und jetzt gipfelt das Ganze in einem genialen Ausspruch von Bob Dylan, der durchaus “Lebens-Motto-Charakter” hat:

Was bedeutet schon Geld?
Ein Mensch ist erfolgreich,
wenn er zwischen Aufstehen
und Schlafengehen das tut,
was ihm gefällt.
Bob Dylan

“Das tun, was uns gefällt” - Das ist doch nichts anderes, als das zu tun, was wir uns wünschen… wozu wir fähig sind.

Rückwärts gedacht schließt sich nun wieder der Kreis:

Denn diese Gedankenkette bedeutet ja somit, daß wir erfolgreich sind, wenn wir unseren Wünschen nachgehen… die uns schließlich zu unseren Talente und Fähigkeiten führen.

Zu den Dingen also, mit denen wir im Idealfall “zwischen Aufstehen und Schlafengehen” unser Leben (er)füllen.

Special:
Den vorzüglichen Newsletter von Tom habe ich schon öfter empfohlen. “Lebenswert” heißt er (www.lebenswert.de). Und der “Name ist Programm” - was ich da immer wieder lese ist einfach… genial (gerade wenn er öfter in manchen Geistern Widerstände hervorruft - besser: Zum Nachdenken anregt - ist dies durchaus beabsichtigt).

So flatterte vor kurzem sein elektronischer Rundbrief zum Jahreswechsel in mein Postfach.

Seine Zeilen könnte ich auf verschiedenste Weise kommentieren… ich könnte mehrere Newsletter dazu kreieren weil viele Themen darin vorkommen.

Heute habe ich mich eben für das Thema “Vermögen” bzw. “Fähigkeiten” entschieden und daran ist sein Werk maßgeblich beteiligt.

Lass das Folgende einfach auf Dich wirken - so kannst Du den “AHA-Effekt” zutage fördern, der zweifelsohne darin enthalten ist.

Hier also Toms Newsletter vom 31.12.07:

DIE KARRIERE DES LANZELOT W.

Letztens schnappte ich ein paar Geschprächsfetzen auf. Die Freundin einer Freundin erzählte meiner Frau ihre Sicht der Dinge über einen gewissen Lanzelot W.
Lanzelot ist so etwa 8 Jahre alt.
Meine Freundin arbeitete etwa ein Jahr als Au-Pair bei ihm und seinen kleinen Geschwistern in einem weit entfernten Land.

Vorweg möchte ich folgendes klarstellen:
Erstens kenne ich Lanzelot nicht.
Zweitens kenne ich Familie W. nicht.
Drittens habe ich vom Gespräch nur wenige Bruchstücke mitbekommen (mit mir redet ja keiner….

Das ist auch alles nicht wichtig.
Denn was ich erzählen möchte, hat mit Lanzelot W. überhaupt gar nichts zu tun. Aber es klingt einfach gut in der Überschrift.

Den Aussagen meiner Freundin zufolge, lebt der junge Lanzelot in einer Welt, die sich vom Durchschnittsmenschen etwas unterscheidet.

Auf seinen Berufswunsch hin befragt, kann er sich noch nicht festlegen. Entweder, er werde Hotelmanager (eines grossen Hotels!) , oder er mache sein eigenes Unternehmen - die Branche wisse er noch nicht genau. Fakt ist, er werde dicke Autos fahren, ein riesiges Haus bewohnen und auch sonst nicht unbedingt am Hungertuch nagen müssen.

Als Vorbild dienen ihm seine Eltern, denn beide führen materiell erfolgreiche, eigene Firmen und umgeben sich und die ihren mit allerlei kostspieligem Umgebungsmaterial.

“Er sieht zwar den Erfolg seiner Eltern, aber ich glaube, da macht er sich was vor,” führt meine Freundin weiter aus. “Denn wenn man in sein Schulzeugnis schaut, ist er nicht unbedingt derjenige der Klasse, mit den besten Noten.”

Lanzelot, Lanzelot - was wird nur aus dir werden?

Natürlich habe ich keine Ahnung.
Aber ich habe so Gedanken.

Und weil du dich freiwillig in diesen Rundbrief eingetragen hast und Buchstabe für Buchstabe erträgst, musst du nun auch diese mit mir teilen.

Ich verstehe meine Freundin.
In ihrer Welt, braucht man gute Noten. Denn nur mit guten Noten schafft mans aufs Gymnasium. Und nur wer sich hier wacker schlägt, darf in Deutschland auf die Universität. Und nur wer eine fundierte Ausbildung genossen hat, wird sich langsam aber sicher bis zum Manager eines bedeutenden Hotels hochdienen können.

Aber in welcher Welt lebt Lanzelot W.?

Schon wieder kann ich diese Frage natürlich nicht beantworten.

Ich kann nur weitere Fragen stellen.

Wäre es möglich, dass der junge Lanzelot in einer Welt lebt, die ihn materielle Ziele mit Leichtigkeit erreichen lässt? Eine Welt, in der “Arbeitslosigkeit” nicht einmal im Duden zu finden ist?
Eine Welt, die das “hochdienen” im Beruf nicht kennt? Eine Welt, in der man ganz einfach und quasi “mühelos” das erreicht, von dem man ohnehin nie zweifelt, dass es einem von Natur aus zusteht?

Wobei letzteres vielleicht sogar ein Naturgesetz sein könnte - gültig für uns alle?

Es mag vielleicht nur darauf ankommen, was Lanzelot als “natürlich ihm zustehend” empfindet. Wo er seine Grenzen setzt. Wo ihm seine Grenzen anerzogen wurden.

Leben wir vielleicht doch wieder alle in einer Welt? Trennen uns nur unsere eigenen Grenzen?

Mir scheint es aus eigener Erfahrung so.

Lanzelot - ich kenne dich nicht.
Doch wie jedem Menschen, wünsche ich auch dir alles Gute für deine Zukunft.

Du hast nie behauptet, du wirst ein Einser-Schüler.
Aber du wirst Hotelmanager werden - was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Gar nichts, in deiner Welt. Und das ist gut so.

Tom - Lebenswert.de

Ausklang:
Ganz zum Schluß möchte ich Euch wieder
ein schönes Motto mitgeben.

Heute hat es vordergründig mit dem Thema “Geduld” zu tun. Wenn wir aber genauer hinsehen, dann passt es auch sehr gut zum heutigen Begriff des “Vermögens”.

Denn nur wenn wir die nötige Geduld aufbringen, unsere innersten Fähigkeiten auszugraben, wenn wir nicht ungeduldig den “Verlockungen des Geldes” erliegen und kurzfristigen Ruhm und Erfolg unseren eigentlichen Talenten vorziehen - nur dann dringen wir zu unserem wahren Vermögen vor.

Und um diese Geduld geht es in Martin Bubers kurzem, wundervollem Satz:

Glauben ist die Fähigkeit,
in Gottes Tempo zu gehen.
Martin Buber

In diesem Sinne…

Weiterleiten & Copyright
Ich freue mich natürlich, wenn Du die "Sprüche der Woche" an Freunde und Bekannte weiterleitest - dies ist ausdrücklich erwünscht… vielen Dank!
© Anton Korduan, www.korduan.de

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