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SinnSprüche - Nahrung - NL 11.2.08

Trenner Lyriksplitter

Und hier der Newsletter Sinnsprüche, den ich regelmäßig bekomme

Gedanken
Heute möchte ich über Ernährung nachdenken. Über die Nahrung, die wir zu uns nehmen.

“Nahrung, die WIR zu uns nehmen…”

In dem Satz sind drei Bestandteile: Neben der “Nahrung” selbst kommt darin auch die Tätigkeit vor - das “zu uns nehmen” - und eben auch die Person (”WIR”.

WIR Menschen sind - dreigeteilt. Wenn wir es so definieren möchten, in Körper, Geist und Seele (der Einfachheit halber spreche ich von Körper und Geist).

Der Geist
ist demselben Gesetz unterworfen
wie der Körper:

Beide können sich nur
durch beständige Nahrung erhalten.
Vauvenargues

Körper und Geist sind eine Einheit. Diese Weisheit ist nicht neu. Und dennoch interessant. Denn da sind Parallelen, die sich erst auf den zweiten Blick offenbaren.

Wenn ich mir ansehe, wie wir unseren Körper ernähren kann ich bereichernde Rückschlüsse ziehen auf die Ernährung meines Geistes - und sogar auf mein “Leben” im Ganzen.
Und umgekehrt.

Ich glaube, daß wir die meisten Ernährungsprobleme (und damit wohl automatisch auch die meisten Gesundheitsdefizite) auf drei einfache Aussagen reduzieren können. Mit “wir” meine ich die meisten Menschen bei uns in der “ersten Welt” (im Gegensatz zur “dritten Welt”.

1) Wir essen zu viel.

Ein geflügeltes Wort aus Fernost sagt dazu, daß wir unseren Magen nur zu 80% füllen sollen - so wird uns ein langes Leben beschert. Oder wie Giorgio Pasetti sagt:

Die gesündeste Turnübung
ist das rechtzeitige Aufstehen
vom Eßtisch.
Giorgio Pasetti

2) Wir essen zu schnell.

Wieder die fernöstliche Welt, die uns hier scheinbar etwas voraus hat - dort heißt es “Du sollst Essen ‘trinken’ und trinken ‘essen’ “. Klingt erstmal etwas seltsam. Wird aber schnell klar, wenn wir uns erinnern, daß wir unsere Nahrung gut kauen müssen, damit unser Magen sie verarbeiten kann. Also sollten wir Essen so lange kauen, bis es richtig weich wird… bis wir es “trinken” können.

Und ebenso ist es wichtig, daß wir unser Trinken quasi “Kauen” und somit ebenfalls einspeicheln und auf die richtige Körpertemperatur bringen. Wahrscheinlich kennt jeder die Folgen eines zu schnell “hinuntergeschütteten”, eisgekühlten Getränks. Insofern passt der Ausdruck gut, unser Trinken zu “essen”.

3) Wir essen das “Falsche”.

Falsch und Richtig - das ist sehr relativ. Treffender ist vielleicht das Wort “Natürlich” oder “Unnatürlich”. Wie auch immer - ich möchte garnicht über unsere Nahrungsmittel sprechen, die meist keine Lebensmittel mehr sind. Auf einen Punkt gebracht ernähren wir uns leider zu oft von “negativen” Dingen, die weit davon entfernt sind, uns aufzubauen und unsere Bedürfnisse zu stillen und uns positiv zu “nähren”.

Jetzt übertragen wir doch diese drei Thesen von der Ernährung - also dem Körper - auf unseren Geist. Sprich: Fernsehen, Lesen, Unterhaltungen… und natürlich “Gedanken”:

1) Wir konsumieren zu viel.

Mit konsumieren meine ich alles, was wir an Nahrung in unseren Geist aufnehmen. Analog kannst Du aber auch das Konsumieren von Gütern und Produkten einsetzen… also Kleidung, Möbel, Elektronik-Artikel etc…

Hier fällt mir der Ausdruck ein:

Wir Erleben
Mangel im Überfluss

Wir haben von allem zu viel - aber nichts “wirklich”. Immer “mehr” statt “klein aber fein”.
Viel Fernsehen… wenig selbst erleben. Viele Bekannte… kaum wahre Freunde. Viel Geld… wenig und kurze Freude durch das gekaufte. Viel Erfolg und Karriere… wenig Zeit für Selbstentwicklung und Familie.

2) Wir konsumieren zu schnell.

Kaum haben wir einen Film gesehen… schon kommt der nächste. Bücher… lesen wir mehrere gleichzeitig. Uns fehlt so die Zeit zum “verdauen”. Wir stopfen die Informationen nur hastig in uns hinein - von der Tageszeitung über Zeitschriften bis zu Nachrichten-Sendungen in Fernsehen und Internet. Zeit zum Nachdenken und zum Austauschen - z.B. mit unserem Partner - bleibt oft zu wenig.

Dazu passt perfekt diese Zeile aus dem Buch “Das Glück der Unerreichbarkeit” (ISBN 978-3-86774-002-9) von Miriam Meckel.

Sie leitet ein, daß die Kommunikation sozusagen das “Fastfood-Zeitalter” erreicht hat und erklärt (übertragbar auf alle Lebensbereiche):

Wir greifen spontan zu,
fühlen uns schnell übersättigt,
das Aufgenommene liegt schwer im Magen
und hat fast keinen Nährwert.
Miriam Meckel

3) Wir konsumieren das “Falsche”.

Unser Geist kann nicht erkennen, ob das, was er über seine Sinne geliefert bekommt “echt” ist.
Er nimmt alles “wahr”. Seine “Wahrnehmung” basiert vor allem auf das Sehen und das Hören.

Wenn wir negative Schlagzeilen oder Berichte LESEN - über Krieg, Gewalt und Kriminalität - dann dringen diese “Bilder” noch recht indirekt zu uns vor.
Doch ergänzt und verstärkt durch das Fernsehen (DVD / Kino) wird die “Welle der Gewalt” viel direkter übertragen, der wir uns geistig meist schon täglich aussetzen.
Ist doch die Technik mittlerweile fast perfekt geworden. Es ist keine Phantasie mehr nötig. Uns werden die Bilder direkt geliefert - in “high definition” und “dolby surround”.

Bitte verstehe das jetzt nicht falsch. Ich möchte nicht die Technik verteufeln. Es gibt sehr schöne Sendungen und Filme. Worum es geht ist, unsere Auswahl bewußter zu treffen.

Die Lösung ist “einfach”. Nicht unbedingt im Sinne von “leicht”… mehr im Sinne von “simpel”. Im Endeffekt führt dies alles nämlich zu einem einzigen Wort:
“B e w u s s t s e i n”

Sehr verwandt ist auch “Achtsamkeit”. Wir können diese drei “Probleme” umkehren und als Lösung formulieren:

Aus “Wir konsumieren (essen) zu viel” wird:
Weniger ist mehr - Rückbesinnung auf das Wesentliche.

Aus “Wir konsumieren (essen) zu schnell” wird:
In der Ruhe liegt die Kraft - mehr Genuss durch Langsamkeit.

Und aus “Wir konsumieren (essen) das ‘Falsche’ ” wird:
Bewußt leben - achtsam mit uns umgehen und Körper und Geist “rein halten”.

Wenn wir unseren Körper/Geist pflegen und “rein halten” tun wir nicht nur uns selbst damit den besten Dienst sondern auch unseren Mitmenschen, unserer Umwelt.

Ganz im Sinne von Jesus, der noch weiter geht und unsere Gedanken ergänzt:

Nicht das, was in seinen Mund hineinkommt,
verunreinigt den Menschen, sondern das,
was aus seinem Mund herauskommt.
Matthäus 15,11

In der nächsten Ausgabe möchte ich dieses Thema vertiefen - im positiven Sinne weiterführen. Laß’ Dich überraschen…

Zu guter Letzt habe ich noch eine Film-Empfehlung. Wer sich für ZEN interessiert und sich gerade ein paar beim lesen oder hören ertappt hat, zustimmend den Kopf zu nicken - für den ist der Film “How to Cook your Life” von Doris Dörrie ein echter Geheimtipp. Lies’ mehr auf der Film-WebSeite “how-to-cook-your-life.de”
Ich wünsche dir eine schöne Woche (oder zwei) - bis zum nächsten SinnSprüche-Newsletter.

Tu Dir was Gutes in dieser Zeit - achte doch ein wenig auf das “wie viel”, auf das “wie schnell” und das “wie förderlich für Dich” in Deinem Leben - egal in welchem Zusammenhang.

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Ich freue mich natürlich, wenn Du die "Sprüche der Woche" an Freunde und Bekannte weiterleitest - dies ist ausdrücklich erwünscht… vielen Dank!
© Anton Korduan, www.korduan.de


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